Donnerstag, 13. Juni 2013

Von Radfahrern und anderen Menschen

Wenn einer einer Reise tut,
dann kann er was erzählen.
Drum nähme ich den Stock und Hut und tät das Reisen wählen.
 
Matthias Claudius (1740 - 1815) Hier Gefunden


Hamburg ist schon eine schöne Stadt. Oftmals sind die Radwege auch gut ausgebaut und selbst auf den Promenaden und Flaniermeilen kommen Sie gut voran. Mein Paradebeispiel ist der Jungfernsteig.
Hier kreuzen Fußgänger und Radfahrer gleichermaßen den breiten Bereich neben der Straße. Hier begab sich das Erlebnis, welches ich Ihnen niederschreibe:

Eines schönen sonnigen Tages ging ich zu Fuß über den Jungfernstieg. Es war voll. Das gute Wetter lockte sowohl Hamburger, die Menschen, nicht das Essen, als auch Touristen vor die Tür. Diejenigen, die arbeiteten, liefen ebenso an die Alster wie Schüler. Eine Touristengruppe machte wild Bilder. Asiaten offensichtlich, unterhielten sich fröhlich und wollten Richtung Alsterarkaden über den Fußgängerüberweg.

Da begann deren großer Fehler.
Sie standen in einer größeren Gruppe auf dem Radweg. Sie haben richtig gelesen. Sie standen nicht neben, nein, sie standen AUF dem Radweg. Welch unverfrorenheit! Dachte sich zumindest der ankommende Radfahrer mit grauem Haar und grauem Bart.

<Klischee-Schublade auf>
  • Vermutlich Renter mit viel Zeit oder
  • Beamter mit viel Rechthaben im Blut
<Klischee-Schublade zu>

Er klingelte wild, schaute empört und fuhr langsam weiter und natürlich AUF dem Radweg, gut weil rot zu erkennen. Er wich nicht aus, er fuhr nicht um die Gruppe herum, was er leicht hätte tun können, nein. Er fuhr klingelnd und empörten Blickes hindurch. Weil er im Recht war.
Er war auf dem Radweg, die Touristen auch, er war im Recht, sie nicht. Sie standen falsch. So!

Mir wäre dieses Ereignis wohl weniger im Gedächtnis geblieben, wäre ich nicht einige Tage später wieder an eben selber Stelle gewesen und hätte nicht eben selbiger Radfahrer andere Touristen mit strengem Klingeln und vorwurfsvollem Blick zur Seite geklingelt. Er fuhr auf dem Radweg durch die Touristengruppen.

Er hätte leicht entspannt ausweichen können, sich freuen, dass so viele fröhliche Menschen seine Stadt besuchen, in der er lebt. Nein, er war genervt. Er war im Recht.

Dieser Zustand ist grad auf dem Jungfernstieg normal. Überall laufen die Menschen kreuz und quer. Schon lustig. Und vermutlich ein trauriges Leben.

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